Sanierung des Max-von-Laue Gymnasiums
Seit 2023 finden im Auftrag des Zentralen Gebäudemanagements der Stadt Koblenz mehrere Sanierungsmaßnahmen am Max-von-Laue Gymnasium statt. Hierunter zählen die Erneuerung der Außenfassade, das Brandschutzkonzept wird optimiert und für den ersten Gebäudetrakt wird eine zentrale Lüftungsanlage installiert. Insgesamt werden für alle Sanierungsmaßnahmen rund 17,3 Millionen Euro veranschlagt, wovon durch verschiedene Förderprogramme des Landes Rheinland-Pfalz 1,9 Millionen Euro übernommen werden. Die Fördersummen für zwei Maßnahmen sind noch ausstehend.
Warum wird gebaut?
Dem bestehenden und funktional als auch in seiner Außenwirkung in die Jahre gekommenen Max-von-Laue Gymnasium wird durch die geplanten Sanierungsmaßnahmen ein neues, wertiges und identitätsstiftendes Erscheinungsbild verliehen, vor allem aber werden die baulichen Rahmenbedingungen für einen modernen Lehrbetrieb bereitgestellt, die Aufenthaltsqualität für Schüler als auch Lehrer somit maßgeblich verbessert.
Was wird entstehen?
Fassadensanierung
Im Zuge der Maßnahme erhält das Schulgebäude eine moderne, den derzeit geltenden energetischen Anforderungen entsprechende Gebäudehülle. Dies führt für Schüler und Lehrer dazu, dass insgesamt eine bessere Nutzung geschaffen wird. Zudem kann der Energieverbrauch des Gebäudes erheblich gesenkt werden, da beispielsweise die Beschattung vollautomatisch erfolgt - sommerlicher Wärmeschutz ist somit gewährleistet.

Implementierung einer Lüftungsanlage
Momentan wird eine zentrale Lüftungsanlage im südlichen Gebäudekorridor installiert. Hierdurch wird eine kontrollierte Be- und Entlüftung gewährleistet, die zu einem angenehmen Raumklima beiträgt. Auch wird die Bausubstanz des Hauses bewahrt. Als System wird hier die Quelllüftung verwendet werden. Somit wird die Wärmerückgewinnung gewährleistet und die Unterrichtsräume werden
über Quellluftauslässe in den Wänden mit Zuluft versorgt. Dadurch wird sichergestellt, dass die Luft mit geringer Turbulenz zugeführt wird.
Digitalpakt

Die EDV-Verkabelung am Max-von-Laue Gymnasium besteht - wie bei vielen Schulgebäuden dieser Zeit -
aus gewachsenen, heterogenen (ungleichartigen) Strukturen mit sehr unterschiedlichen Leistungsvermögen. Dies gilt ebenso für die Stromversorgung der Geräte, die durch das stetige Aufwachsen vielfach an ihre Leistungsgrenzen stoßen und somit zu träge für ein neues Unterrichtsmodell sind. Mithilfe des Digitalpaktes Schulen wird eine
strukturierte EDV-Verkabelungsinfrastruktur im gesamten Gebäude errichtet. Ergänzend dazu werden die zur Versorgung der digitalen Endgeräte (digitale Tafelsysteme, PCs, Drucker, WLAN-Access Points etc.) erforderlichen Stromkreise- und Anschlüsse mit installiert. Höchste Qualitätsstandards werden in diesem Bereich mithilfe von Glasfaser-, Kupferdatenleitungen und den Anschlusspunkten der Endgeräte erreicht. Zusätzlich wird es ein flächendeckendes WLAN in den Räumlichkeiten geben.
Verbesserung Raumakustik
Die vorhandenen abgehangenen Decken werden in den Räumlichkeiten des Max-von-Laue Gymnasiums erneuert, um die Anforderungen der DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen“ zu erfüllen. Die akustischen Optimierungsmaßnahmen werden im Bereich der Decke sowie in bestimmten Bereichen der Wände umgesetzt. Insgesamt wird somit die
Hörsamkeit der Räume deutlich verbessert. In einigen Klassenräumen wird in Zukunft auch die Anforderung "Unterricht/ Kommunikation inklusive" erfüllt sein, sodass Lehrkräfte und Schüler mit entsprechenden Beeinträchtigungen am Standort unterrichtet werden können. Die Beleuchtung im Gebäude wird ebenfalls erneuert werden. In den Fluren sowie in den Klassenräumen werden moderne LED-Beleuchtungen montiert. Diese werden durch eine hocheffiziente Konstantlichtregelung gesteuert. Somit kann eine Energieersparnis von bis zu 60 % erreicht werden.
Sanierung Fachklassenräume
Zwei Fachklassenräume und die zugehörigen Vorbereitungsräume werden ebenfalls saniert. Im Zuge dieser Sanierung werden die Medienversorgungsysteme und die zugehörige technische Ausstattung erneuert. Somit ist der Unterricht mit den modernsten Gesichtspunkten ermöglicht.
Brandschutz
Um den Brandschutz im Gebäude zu optimieren werden für die Räume Bibliothek und Lehrerzimmer, in denen mit einem erhöhten Personenaufkommen zu rechnen ist, zwei bauliche Rettungswege hergestellt. Die Bibliothek verfügt neben dem Zugang zu einem notwendigen Treppenraum über einen zu schaffenden direkten Zugang in den benachbarten Brandabschnitt der Sporthalle. Das Lehrerzimmer, verfügt über einen Zugang zum notwendigen Treppenraum, zusätzlich wird eine außenliegende Fluchttreppe hergestellt. Für die Räume Sekretariat und Schulleiter, welche unmittelbar am Treppenhaus liegen, wird ein zweiter Rettungsweg über einen Zugang zur Außentreppe des Lehrerzimmers hergestellt. Hierzu muss ein Durchgang Erste-Hilfe-Raum / Bibliothek geschaffen werden.
Auch die Treppenräume müssen brandschutztechnisch von den Fluren getrennt werden. Dies erfolgt durch gläserne Brandwände. Die bestehenden, künftig als Treppenraumwände dienenden Mauerwerkswände im Erdgeschoss, Trennwand Flur / Raum, müssen zu einer Brandwand umfunktioniert werden. Zusätzlich erhält das Gebäude eine flächige Brandmeldeanlage.
Bauphasen und Fertigstellung
Die gesamte Maßnahme wird in sechs Bauabschnitten aufgegliedert:
1. Bauabschnitt: Sanierung Fassade Schulhof und Implementierung einer Lüftungsanlage
2. Bauabschnitt: Digitalpakt
3. Bauabschnitt: Sanierung Fachklassenräume
4. Bauabschnitt: Sanierung Fassaden Stirnseiten des Gebäudes
5. Bauabschnitt: Sanierung Fassade Südallee
6. Bauabschnitt: Akustische Sanierung / Brandschutzsanierung
Fassadensanierung 1.Bauabschnitt
Im Moment wird der erste Bauabschnitt auf der Seite des Schulhofes zur Errichtung der neuen Fassade durchgeführt. Im Nachgang werden zwei weitere Bauabschnitte erfolgen, sodass insgesamt die Fassadensanierung in drei Bauabschnitten aufgegliedert ist. Der erste Bauabschnitt soll bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Die nachfolgenden Bauabschnitte der Fassadensanierung sind für die Jahre 2026, 2027 und 2028 vorgesehen.
Lüftungsanlage 1. Bauabschnitt
Wie auch die Fassadensanierung findet die Anbindung der zentralen Lüftungsanlage im ersten Bauabschnitt der Gesamtmaßnahme statt. Zudem werden die vorhandenen Fenster im Gebäude ausgetauscht. Diese soll bis Ende 2025 abgeschlossen sein.
Digitalpakt 2. Bauabschnitt
Parallel zum ersten Bauabschnitt wird bereits der zweite Bauabschnitt zur Errichtung des Digitalpaktes durchgeführt. Hierfür werden die Etagen Kabeltechnisch miteinander verbunden, um den Datenaustausch zu gewährleisten. Auch mehrere Steckdosen werden neu angebracht sowie mehrere WLAN Access-Point, um eine konstante WLAN-Verbindung im gesamten Gebäude sicherzustellen. Fertigstellung wird voraussichtlich Sommer 2025 sein.
Sanierung Fachklassenräume 3. Bauabschnitt
Zwei Fachklassenräume werden für modernere Unterrichtsweisen mit den dazugehörigen Vorbereitungsräumen saniert. Diese Maßnahme wird voraussichtlich Ende 2027 abgeschlossen.
Fassadensanierung 4. Bauabschnitt
Im zweiten Bauabschnitt (in der Gesamtmaßnahme Bauabschnitt 4) wird die Fassade an der Stirnseite des Gebäudes saniert. Auch hier werden entsprechend die Fenster ausgetauscht. Diese Maßnahme ist für die Jahre 2026, 2027 und 2028 vorgesehen.
Fassadensanierung 5. Bauabschnitt
Im dritten (in der Gesamtmaßnahme Bauabschnitt 5) Bauabschnitt erfolgt die Sanierung der Front in der Südallee. Ein Austausch der bestehenden Fenster wird auch hier stattfinden. Diese Maßnahme ist für die Jahre 2026, 2027 und 2028 vorgesehen.
Akustische Sanierung 6. Bauabschnitt
Im Schuljahr 2028/2029 wird von der Fertigstellung der Raumakustik ausgegangen. Somit würde das Gebäude die Vorschriften der DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen“ erfüllen und im gesamten für ein besseres Lernumfeld sorgen.
Brandschutzsanierung 6. Bauabschnitt
Auch der Brandschutz des Gebäudes wird optimiert. Ein entsprechender Förderantrag wurde erstellt und befindet sich zurzeit zur Prüfung bei den Genehmigungsbehörden. Da sich diese Maßnahme über das gesamte Gebäude erstreckt, wird hier mit einer Fertigstellung im Schuljahr 2028/2029 gerechnet.
Problematik während der Baumaßnahme
Während der Ausführungsphase traten Instabilitäten an den Tragkonstruktionen der bestehenden Abhangdecken auf. Diese mussten umgehend zurückgebaut werden, was fast sämtliche Räume des Max-von-Laue-Gymnasiums betraf.
Nach dem Rückbau konnte die Tragkonstruktion des gesamten Gebäudes eingehend untersucht werden. Dabei wurden erhebliche Mängel im Bereich der Statik und des Brandschutzes festgestellt. Somit wurde die ausführende Maßnahme der Fassadensanierung stillgelegt, um sofortige Maßnahmen für Statik und Brandschutz umzusetzen. Um die notwendige Entlastung der Deckenkonstruktion zu gewährleisten, wurden temporäre Holzstützen eingebaut, die bis zum Abschluss der Sanierungsarbeiten bestehen bleiben.
Da zusätzlich auch Konzepte erarbeitet werden mussten, die für den weiteren Bauablauf wichtig sind, kam es zu Verzögerungen. Nachdem nun alle Konzepte durch den innerstädtischen Genehmigungsprozess gelaufen sind, konnte die eigentliche Maßnahme „Fassadensanierung“ fortgesetzt werden. Zudem wurde die Gesamtmaßnahme um den Punkt Brandschutz erweitert, damit das Max-von-Laue-Gymnasium auf einen fortschrittlichen Stand gebracht wird.
Baupläne als Download